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Denken heißt dagegen sein
Idiot_innen sind nicht die, die fordern, Komplexes einfach zu erklären,
sondern Idiot_innen sind diejenigen, die dieser Forderung nachkommen.

Nicht die angebliche wissenschaftliche Neutralität, sondern die Parteinahme, die politische Intervention, stellt den kategorischen Imperativ unserer Arbeit als Studienvertretung dar. Nicht die Unterordnung unter kollektive Zwänge, sondern die Befreiung aus Kollektiven durch die Emanzipation des Individuums ist unser Anspruch, z.B. nicht die Religionsfreiheit, sondern die Freiheit von jeglicher Religion oder die Befreiung des Individuums aus sämtlichen Zuschreibungen wie beispielsweise Geschlecht, Rasse oder Kultur. Um den guten alten Marx zu Wort kommen zu lassen: Nicht die politische Emanzipation von Menschen ist das Ziel, auch wenn das oft zu unterstützen ist, sondern die allgemeine menschliche Emanzipation. Kantisch gesprochen: der Mensch soll Zweck, nicht Mittel sein. Gegen die postmoderne Praxis der diskursiven Dekonstruktion von Verhältnissen setzen wir die Destruktion des Bestehenden.

Die Zeiten sind dürftig, und jene, die vorgeben, die herrschenden Verhältnisse zu kritisieren, streben oft nur eine strengere Ordnung an. Daher ist auch die Kritik vermeintlicher und falscher Gesellschaftskritik notwendig. Nicht kritische Politologie, die den Verstoß gegen die Normen von Politik und Gesellschaft kritisiert und das Bestehende nur verbessern will, aber es nicht ablehnt, sondern Kritik der Politik, die Kritik der Normen selbst steht im Zentrum unserer Arbeit. Wichtige Punkte dieser politischen Arbeit sind für uns daher unter anderem die Kritik der Geschlechterverhältnisse, die Kritik der politischen Ökonomie und die Kritik des Antisemitismus.

Die Basisgruppe Politikwissenschaft ist ein Zusammenschluss verschiedener Personen, in dem es keine Hierarchie oder Mitgliedschaft gibt. Entscheidungen werden auf offenen Plena basisdemokratisch getroffen. Die Basisgruppe Politikwissenschaft ist parteiunabhängig und daher auch nicht an Parteilinien gebunden.

Die Arbeit einer Studienvertretung stößt zwangsläufig an die Grenzen ihres eigenen Anspruchs, wenn sie sich damit konfrontiert sieht, innerhalb jener Normen und Strukturen arbeiten zu müssen, die sie eigentlich ablehnt. Dies betrifft vor allem die Mitarbeit in diversen universitären Gremien, die seit der Entdemokratisierung durch das Universitätsgesetz 2002 ohnehin eingeschränkt ist. Hier geht es uns vor allem darum, trotz der schwierigen Verhältnisse die Position der Student_innen zu vertreten. Uns ist bewusst, dass dies eine Mängelverwaltung darstellt. Dennoch versuchen wir zum einen eine Verbesserung der Studienbedingungen zu erreichen und Verschlechterungen zu verhindern und zum anderen durch die Kritik an einzelnen Maßnahmen gleichzeitig Kritik am gesamten Bildungs- und Erziehungssystem zu formulieren.

In den letzten Jahren organisierten wir jedes Semester eine Veranstaltungsreihe. Die behandelten Themen reichten vom Geschlechterverhältnis, dem sich fünf Vorträge in der Reihe "Gender Issues" widmeten, über die Auseinandersetzung mit "linken Mythen", bis hin zu einer Reihe von Vorträgen, die sich mit Sexualität im engen und weiten Sinn befassten. Ausserdem zeigten wir im Rahmen der "Filmreihe gegen die Realität", einige gesellschaftskritische Filme, die zum Beispiel die rassistische Praxis der österreichischen Justiz (Operation Spring) oder die rechtlich prekäre Lage der Slowen_innen in Kärnten behandelten (Artikel 7 - Unser Recht! Pravica Nasa! Clen 7). Darüberhinaus stellten wir regelmäßig Lesekreise sowie Wochenendseminare - zuletzt zur Marxschen Kritik der politischen Ökonomie - auf die Beine, die die Möglichkeit boten, sich noch intensiver mit Theorie zu beschäftigen. Weiters organisieren wir am 9. November regelmäßig eine Gedenkkundgebung zum Novemberpogrom sowie am 8. Mai ein Befreiungsfest beim Denkmal der Roten Armee.

Das alles läuft neben unserer Beratungstätigkeit am Institut (Montag von 16:00-19:00 und Mittwoch von 11:00-14:00), dem PoWi-Frühstück (jeden Mittwoch ab 11:00) und natürlich dem offenen Plenum (Montags ab 19:00) im Kommunikationszentrum (KOZ im NIG 2.Stock, Zimmer 221). Ab und zu feiern wir auch einfach so und veranstalten ein Fest um Freundinnen und Freunde zu treffen, Konzerte zu hören und dabei viel Spaß zu haben. Aktuelle Ankündigungen dieser Art, findet ihr hier.

Zum offenen Plenum jeden Montag ab 19.00 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen.